Allgemeine Navigation: Primäre Navigation:

Fatimidenzeit von 969 bis 1171

Die Fatimiden waren eine schiitisch-ismailitische Dynastie, die von 909 bis 1171 im Maghreb, Ägypten und Syrien herrschte.

Die Herkunft der Fatimiden

Nach der Spaltung der Muslime in Sunniten und Schiiten, wurden letztere von Imamen geführt, welche Nachkommen des Ali ibn Abi Talib und der Fatima waren. Allerdings kam es auch unter den Schiiten zu Spaltungen, da der Übergang der Führungsrolle nicht immer unumstritten war. So entstanden bis ins 9. Jahrhundert die schiitischen Hauptzweige der Imamiten, Ismailiten und Zaiditen. Der (vorläufig) letzte Imam der Ismailiten war Ismail ibn Dschafar.

In der Mitte des 9. Jahrhunderts begann Abdallah al-Akbar mit der Mission für seine ismailitische Lehre. Er verkündete das baldige Erscheinen des verborgenen siebenten Imams, durch den alle Gesetzesreligionen (neben dem Christentum und Judentum auch der Islam) abgeschafft und die kultlose Urreligion hergestellt werden solle.

Wegen Verfolgungen leitete er und seine Nachfolger die Mission bald aus dem Verborgenen durch Boten und Sendschreiben. Am erfolgreichsten war dabei die Mission im Irak, in Ostarabien, im Jemen und im Maghreb. Erst nach der Machtergreifung im Maghreb führten die Nachkommen von Abdallah al-Akbar ihre Abstammung auf Fatima, die Tochter des Propheten Muhammad und Frau des Ali ibn Abi Talib zurück, weshalb die Dynastie als Fatimiden bezeichnet wird.

Die Fatimiden in Ägypten

  • Abu Tamin al-Muizz (953-975)
  • Al-Aziz (975-995)
  • Al-Hakim (995-1021)
  • Az-Zahir (1021-1036)
  • Al-Mustansir (1036-1094)
  • Al-Mustali (1094-1111)
  • Al-Amir (1111-1130)
  • Al-Hafiz (1130-1149)
  • Az-Zafir (1149-1154)
  • Al-Faiz (1154-1160)
  • Al-Adid (1160-1171)

Nachdem noch Abu Tamin al-Muizz die neue Reichshauptstadt Kairo gegründet hatte, wurde unter al-Aziz die fatimidische Herrschaft in Ägypten konsolidiert. Dabei wurden, trotz des schiitisch-ismailitischen Bekenntnisses des Fatimiden, die sunnitischen Muslime toleriert. Gleichzeitig wurde Palästina und Syrien bis 978 erobert sowie die Kontrolle über Mekka und Medina gewonnen. Damit unterstanden die wichtigsten Heiligtümer des Islam den Fatimiden.

Unter der fatimidischen Herrschaft nahm die Wirtschaft Ägyptens durch den Bau von Straßen und Kanälen und durch Förderung des Handels zwischen Indien und dem Mittelmeerraum einen großen Aufschwung. Im 11. Jahrhundert besaß das Reich der Fatimiden die größte Wirtschaftskraft der islamischen Reiche. Auch Kultur und Wissenschaft wurden von den Fatimiden unterstützt, wobei die Gründung der al-Azhar-Universität Bedeutung erlangte.

Unter Al-Hakim(995-1021) wurde die tolerante Religionspolitik gegenüber Nichtmuslimen zunehmend aufgegeben. So wurden öffentliche Prozessionen und Kulthandlungen der Christen und Juden ebenso wie der Genuss von Wein und Bier untersagt. Zeitweise wurden auch christliche Kirchen und Klöster geplündert um Finanzen für das Heer und den Bau von Moscheen zu beschaffen. So kam es 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem. Um 1017 entstand in Ägypten eine Sekte die al-Hakim als die Inkarnation Gottes ansah. Aus dieser entwickelte sich später die Religionsgemeinschaft der Drusen.

Az-Zahir (1021-1036) gelang wieder die Befriedung des Reiches und die Niederschlagung einiger Beduinenaufstände in Syrien. Den Höhepunkt der Macht erreichten die Fatimiden unter Al-Mustansir (1036-1094) als ismailitische Missionare im Jemen die Macht ergriffen und die Abbassiden in Bagdad 1059 kurzzeitig gestürzt werden konnten.

Allerdings führte diese ausgedehnte Machtpolitik zum Staatsbankrott und zum Niedergang der Dynastie. Zwar konnten die Ziriden in Ifriqiya durch die Abschiebung der Banu Hilal und Banu Sulaym wieder unter die Botmäßigkeit der Fatimiden gezwungen werden, doch gingen Syrien und Palästina 1076 an die Seldschuken verloren. Auch im Inneren musste die Regierung zunehmend den Befehlshabern der Truppen und den Wesiren überlassen werden.

Auch die Eroberung von Jerusalem durch die Kreuzfahrer während des 1. Kreuzzugs und die Gründung des Königreich Jerusalem konnten die Fatimiden nicht mehr verhindern. Nach 1130 gerieten die Fatimiden zunehmend unter den Einfluss der Kreuzfahrer. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Belagerung von Askalon (1153) durch Balduin III. (Jerusalem) verloren die Fatimiden den letzten Stützpunkt in Pälestina. Bereits 1163 führte Nur ad-Din der Herrscher von Damaskus, einen Feldzug nach Ägypten bis sein Offizier Saladin 1171 die Fatimiden stürzte und die Dynastie der Ayyubiden begründete.

Wirkung der Fatimiden

Die schiitisch-ismailitischen Fatimiden gründeten Missionsanstalten und Schulen zur Verbreitung ihrer Lehren, welche anfangs nur denen der Sunniten entgegengesetzt waren. Obwohl die Sunniten die allegorische Interpretation des Koran verwarfen, konnten doch erhebliche Missionserfolge in der islamischen Welt erzielt werden. Auch wenn es im 11. Jahrhundert mit dem Erstarken der orthodoxen Sunniten vor allem im Iran zu erheblichen Rückschlägen kam, besaßen die ismailitischen Gemeinden genug Kraft um auch nach dem Untergang der Fatimiden zu bestehen.

Für die Ismailiten sind die Fatimiden auch deshalb von Bedeutung, da unter diesen von an-Numan die Grundlage für die ismailitische Rechtsschule gelegt wurde.

Quelle: Wikipedia
 
Literatur zum Thema
Wetter in Ägypten
Alexandria: 22°C
Kairo: 31°C
Luxor: 36°C
Assuan: 37°C