Götter in Ägypten
Heka

| Nebenformen: | Hike |
| Bedeutung: | Schöpferkraft |
| Kultort | Esna, Heliopolis, Memphis |
Heka ist ursprünglich eigentlich Energie, nämlich die grosse Urkraft, die auch die Götter beseelt. Als grosse Kraft hatte er aber nicht nur positive Eigenschaften, seine Kraft konnte sich ebenso schädlich auswirken. Da er aber die grösste, die ultimative Energie war, konnte sein Zauber jedoch auch diese (seine eigenen) schädlichen Einflüsse besiegen. Um dieses abstrakte Gedankengut greifbarer zu machen, wurde Heka personifiziert. In Memphis sah man in ihm den jugendlichen Schöpfergott und machte ihn zum Sohn von Ptah und Sachmet. Wahrscheinlich gelangte er im Gefolge von Sachmet nach Esna, wo er als Sohn des Chnum und der Menhit erscheint (Menhit ist ein Verschmelzung von Sachmet und Neith). Er wurde aber auch zu Thot gesellt und neben ihm im Totentempel des Sahure dargestellt.
Von Heka heisst es, dass er als zweiter nach dem Schöpfergott Atum entstanden sei und der Götterneunheit - der Enneade von Heliopolis - das Leben gegeben habe. So ist für ihn die Bezeichnung "Der Älteste des heiligen Platzes des Urbeginns" überliefert. Teilweise wird er auch als Schöpferkraft des Atum begriffen. In einem Text, der Heka als Ba des Atum beschreibt, steht u.a. "Ich bin dieser reine Heka, der in dem Munde und in dem Leibe des Re ist." Er gehört zu den vierzehn Ka des Re, zusammen mit Sia und Hu. Sie begleiten Re auf der Fahrt durch die Unterwelt. Dort benötigt Re die Hilfe des Heka zur siebten Stunde im Kampf gegen Apophis. Diese drei Götter treten häufig zusammen auf und ergänzen sich: Heka - die Schöpferkraft, Hu - die Verkörperung des gebietenden Wortes und Sia - die Kraft des geistigen Gestaltens.
Dargestellt wurde Heka als Mann, später auch als Kind. Auf dem Kopf trug er häufig die Hieroglyphe eines Löwenhinterteils die möglicherweise als Abkürzung für Stärke und Kraft steht. Abweichend von dieser Darstellung existiert von ihm aber eine Bronzestatuette mit Falkenkopf.