Götter in Ägypten
Renenet

| Nebenformen: | Renenutet, Ermuthis, Ernutet, Thermuthis, Thermout |
| Bedeutung: | Fruchtbarkeitsgöttin, Schutzgöttin der Kinder |
| Kultort | Medinet Madi, Dendera |
| Kennzeichen | Schlange |
![]() Renenet |
Renenet wird dargestellt als Schlange oder als Frau mit Schlangenkopf. In der älteren Form ihres Namen (rnn = Nahrung, wtt = Schlange) findet man noch die Verbindung zur Schlange. Sie wird bezeichnet als "Herrin der Scheune" und "Herrin des Fruchtlandes". Dieser Göttin "die den Erntesegen gibt" wurden Stelen in Kornspeichern und Feldrändern aufgestellt und während der Ernte und Lese brachte man ihr Opfer dar. Spezielle Opfertage für Renenet sind der 27. Pharmuti, der als der Tag gilt, an dem die Gerste gemessen wird und der 1. Pachons (nach thebanischem Kalender). Als Fruchtbarkeitsgöttin sorgte sie neben den Nahrungsmitteln auch für das Gedeihen des Flachses. Da aus Flachs Leinen gewonnen wurde, galt Renenet als "Herrin der Gewänder". Als solche war sie auch "Vorsteherin des Kleidergemachs" in Tempeln, während die Götter in ein "Gewand der Renenet" gekleidet wurde.
Es gibt Darstellungen von Renenet mit dem säugenden Korngott Napre auf ihren Knien. Damit ist die Verbindung geschaffen zu einer weiteren Funktion Renenets, nämlich der, über die Ernährung der Kinder zu wachen. Das stellt die Verbindung her zu den Göttern Meschenet, Heket und Chnum, mit welchen sie abgebildet und verehrt wurde. Diese Eigenschaft verblasst offensichtlich mit den Jahrhunderten oder war zumindest eher volkstümlich als theologisch. Als volkstümliche Göttin wurde sie auch nicht beschränkt auf bestimmte Gebiete und Eigenschaften, sondern galt allgemein als Personifikation des Glücks und des Segens. Das verbindet sie mit dem Schicksalsgott Schai. Die beiden gelten als die Götter, durch die der Schöpfergott seine Segnungen den Menschen zuteil werden lässt. Die Vielfältigkeit ihrer guten Eigenschaften führte dazu, dass sie in vierfacher Ausführung dargestellt wird, wie das auch bei Hathor und Meschenet der Fall war. In der Spätzeit wurden die vier Göttinnen ab und zu unterschiedlich dargestellt, zwei davon mit Schlangenköpfen, zwei als stillende Frauen. Teilweise wurden diese Göttinnen auch mit Uto und Selket in Verbindung gebracht. In der Nekropole von Memphis wurde sie in Verbindung gebracht mit der Göttin Sachmet.
