Götter in Ägypten
Sokar

| Nebenformen: | Seker, Sokaris |
| Bedeutung: | Totengott |
| Kultort | Saqqara, Rosetau |
| Kennzeichen | Falke |
![]() Sokar |
Sokar hatte sein wohl wichtigstes Heiligtum in der Nekropole von Memphis, in Saqqara, dessen Name von Sokar abgeleitet wurde. Daneben ist er als Sokar von Rosetau in einem heiligen Bezirk in der Nähe der Sphinx von Giseh erwähnt. In der frühen Zeit war er also Herr des Einganges zum Totenreich. Rosetau wurde in der Mythologie tiefer in die Unterwelt versetzt. In der vierten und fünften Stunde zog die Nachtbarke dann durch "das Land des Sokar". Ihr Weg führte an einem Hügel vorbei, aus dem ein menschlicher Kopf ragte. Es gibt u.a. Darstellungen des Sokar als Falkenkopf der aus dem Sande ragt.
Zwei weitere Heiligtümer, Schetit und Per Henu sind erwähnt aber ihre Lage ist nicht bekannt.
Von Sokar ist wenig Greifbares geblieben. Ursprünglich standen sich Sokar als Totengott der Nekropole und Ptah als Stadtgott von Memphis wohl als Partner gegenüber. Schon früh verschmolz Sokar aber mit Ptah oder wurde als Aspekt des Ptah angesehen und Ptah-Sokar genannt. Die Darstellungsweise des Sokar veränderte sich dabei nicht. Nach wie vor wurde er mit menschlichem Körper und Falkenkopf dargestellt. Die Verbindung war auch nicht endgültig; die beiden Götter konnten auch weiterhin gemeinsam als einzelne Personen dargestellt werden oder verehrt werden. Die Fähigkeiten dieser Götter waren austauschbar. Sokar wirkte bei der Mundöffnung mit, was ein Wesenszug des Schöpfergottes Ptah war. Sokar wurde auch zum Schutzgott über die Nekropolen-Arbeiter, ursprünglich amtete Ptah als Beschützer der Handwerker. Aber als Herr der Nekropole passte Sokar gut in diese Rolle.
Eine weitaus tiefgreifendere Verschmelzung erfolgte zwischen den Totengöttern Osiris und Sokar. Da Osiris schon sehr früh der Bekanntere der Beiden war, überlagerte er Sokar weitgehend. Dadurch wurde natürlich auch der Name betroffen. So begegnen wir dieser Göttervereinigung unter dem Namen Ptah-Sokar-Osiris. Das wirkt sich darstellerisch so aus, dass der falkenköpfige Gott teilweise in der Mumiengestalt des Osiris abgebildet wurde. Da Sokar schon früher als im Sande ruhend abgebildet wurde, stellte man sich den aufgebahrten Leichnam des Osiris als Sokar vor.
