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Reisetag 2

Dieser Tag begann mit einem gemütlichen und ausgedehnten Frühstück mit Kaffee, Orangensaft (oder was im Hotel darunter verstanden wurde), pappsüßem Plundergebäck und phänomenal gutem Obstsalat.

Um halb elf trafen die Berge&Meer-Leute gesammelt und fast pünktlich im Sitzungssaal „Cleopatra“ ein, wo der Reiseleiter uns mit allen notwendigen Informationen versorgte und sein Ausflugsprogramm anpries. Wir entschlossen uns spontan, am Nachmittag bei einer Hurghada-Stadtrundfahrt teilzunehmen. Des Weiteren buchten wir noch zwei Tage Kairo – ein Ausflug, den wir aber erst nach der Nilkreuzfahrt antreten würden.

Bis alles gesagt, gebucht und bezahlt war, war es eigentlich schon wieder Zeit zum Mittagessen. Während ich das aufschreibe, fällt mir erst so richtig auf, wie dekadent unser Aufenthalt im Sultan Beach tatsächlich war. Aber im Urlaub sollte man es sich gut gehen lassen, das ist Balsam fürs Gemüt.

Um 14 Uhr traf man sich wieder vor dem Hotel, um mit einem Luxusreisebus die Rundfahrt durch jene Stadt anzutreten, die man „Strand des Horus“ oder eben Hurghada nennt. Unser Guide hieß Mohamed und wie sich während des Nachmittags herausstellte, kannte er das Allgäu sehr gut. Ja, die Welt ist klein! Unsere erste Station war das Restaurand „Felfela“, benannt nach einer ägyptischen Spezialität, wo es ein zweites Mittagessen gab. Wie gut, dass man vom Meerklima einen gesunden Appetit bekommt! Zur Vorspeise wurde Felfela, Sesamsalat, Fladenbrot und Gurken/Tomaten-Salat gereicht. Danach gab’s entweder Fisch oder Spießchen mit Hühnerfleisch und Gemüse. Zum Nachtisch durften wir vom guten ägyptischen Schwarztee kosten und uns an der Shisha versuchen. Hierbei handelt es sich um eine klassische Wasserpfeife, die in Ägypten an jeder Ecke geraucht wird. Wir sahen uns das Ganze für den Anfang am Nachbartisch an, und nachdem dort niemand vom Stuhl fiel, beschlossen unsere Tischgenossin und ich, dass es nie schaden kann, den Erfahrungshorizont zu erweitern. Also rauchten wir fröhlich mit und fielen auch nicht vom Stuhl!

Nach diesem mit Bravour bestandenen ersten Agypten-Überlebenstest erklommen wir nun die Sonnenterasse des Restaurants, um den herrlichen Rundblick über die schönen Häuser und das türkisblaue Rote Meer zu genießen. Es war an diesem Tag für ägyptische Verhältnisse eher kühl, nur 38°C. So hält es auch ein europäisches Weichei wie ich eine Weile in der Sonne aus.

Die nächste Station auf unserer Erkundungstour war der Werfthafen von Hurghada. Nein, man darf sich das nicht wie im Hamburger Hafen vorstellen. In dieser Werft werden hauptsächlich private Yachten und Boote ganz klassisch ausschließlich aus Holz gebaut. Den Männern bei der Arbeit zuzusehen war durchaus interessant, zumal sich einem hier sehr anschaulich die ägyptische Gelassenheit erschließt: Bloß kein Stress! Ob man uns Deutschen das auch mal beibringen könnte?

Nachdem wir über ägyptischen Schiffsbau nun ausreichend Bescheid wussten, ging’s weiter zum „Hurghada Aquarium“, so eine Art Fischmuseum. Im Roten Meer leben zwischen den bunten Korallenriffen ca. 100.000 verschiedene Fischarten, von denen in jenem Museum einige zu bestaunen sind. Jede Sorte hat dort ein eigenes Aquarium und eine Tafel darüber erklärt, wie der Fisch heißt und wie er sich zoologisch einordnen lässt.

Wenn man mit soviel Wasser in Berührung kommt, ist es irgendwann an der Zeit für ein wenig trockene, graue Theorie. Mohamed erzählte uns, zurück im Luxusreisebus, von seinem Land, von den Menschen und vor allem vom Islam. Er äußerte sein absolutes Unverständnis für jede Form von Extremismus und ließ uns wissen, dass im Koran deutlich geschrieben steht, dass der Islam das Christen- und das Judentum als gleichwertig betrachte. Seltsamerweise haben alle Moslems das kapiert, nur die Typen von Al Kaida haben wohl mal wieder nicht zugehört! Ägypten ist ein schönes Beispiel dafür, dass Toleranz durchaus funktioniert, leben hier doch Moslems und koptische Christen seit langer Zeit friedlich nebeneinander. 85% der Bevölkerung Ägyptens gehören dem Islam an, die restlichen 15% sind Christen. Wobei man wissen sollte, dass die Kopten in vielen Glaubensfragen viel strenger sind als die dagegen beinahe liberal erscheinende katholische Kirche.

Während Mohamed erzählte, kamen wir bei unserem nächsten Ziel an: die Hauptmoschee von Hurghada, die man leider nicht mehr betreten darf, seit es vor einigen Jahren einen Zwischenfall gab: Eine sturzbetrunkene Touristin (Mohamed sagte nicht, dass sie Russin war, aber seine Umschreibungen sprachen Bände!) meinte, sie müsse nur mit einem Bikini bekleidet vor den betenden Männern herumstolzieren. Dass der Imam das gar nicht witzig fand, kann man sich denken… Aber die Moschee ist wunderschön. Diese orientalische Architektur vermittelt einem das Gefühl, als würde im nächsten Moment ein fliegender Teppich um die Ecke kommen. Meinem Gefühl für Ästhetik sagt dieser Stil jedenfalls mehr zu als diese kitschigen, pompösen, katholischen Kirchen daheim in Bayern. Natürlich bekamen wir auch die Gelegenheit, eine koptische Kirche anzusehen, die zum Glück gar nichts mit bayrischem Kitsch gemeinsam hatte. Im Gegenteil. Es handelte sich um ein sehr freundliches, offenes Gebäude, in dem man dennoch die vertrauten Bilder und Elemente wieder finden konnte.

Nach soviel religiöser Weiterbildung war es nun an der Zeit, sich mit etwas ganz Weltlichem zu beschäftigen – unser Weg führte uns nämlich zum Basar, wo man nur mit viel Geduld und Gelassenheit vermeiden kann, dass man entweder ausflippt oder unversehens etwas kauft. Feilgeboten wird auf den Basaren so manches: Vom Tee bis zur Wasserpfeife, von Gewürzen bis zu Teppichen, von Kleidungsstücken bis zu Souvenirs. Wir überließen das Einkaufen aber vorerst den anderen und versuchten unser Glück darin, in einer Thomas Cook Filiale an ein paar Euros zu kommen. Irgendwie hatten wir in Ägypten immer dieses seltsame Gefühl, dass der Euro als Zahlungsmittel lieber gesehen wird als das Ägyptische Pfund. Eine dreiviertel Stunde später hatte dann jeder was er wollte, so dass wir uns mit dem Luxusreisebus wieder zurück ins Hotel begeben konnten.

Nach dem Abendessen trauten wir uns trotz negativer Erfahrungen vom Vortag wieder nach draußen, um in „Pharao’s Supermarket“ gleich ein paar Ansichtskarten zu kaufen. Schließlich freuen sich die Daheimgebliebenen immer über diese rechteckigen Stücke Fernweh.

 
Bilder des 2. Reisetages
Anja beim Shisha rauchen (in neuem Fenster)
Anja beim Shisha rauchen
Restaurant
Restaurant "Felfela"
Bootsbau in Hurghada (in neuem Fenster)
Bootsbau in Hurghada
Moschee von Hurghada (in neuem Fenster)
Moschee von Hurghada
Bazar von Hurghada (in neuem Fenster)
Bazar von Hurghada
Wetter in Ägypten
Alexandria: 21°C
Kairo: 23°C
Luxor: 25°C
Assuan: 25°C